Die Denkmäler des Königreichs Bayern geben oftmals ausführlicher Auskunft als aktuelle Kunstführer. So auch beim Schloß Fronberg. Allerdings muss man die Aussagen immer im zeitlichen Kontext (um 1900) verstehen. Interessant ist besonders in diesem Fall die Beschreibung, da die Anlage nicht öffentlich zugänglich ist.
“Als Besitzer werden genannt: Bis zur Mitte des 15. Jahrhunderts die Fronberger (und Mendorer). Von 1464 bin in den Anfanng des 16. Jahrhunderts die Pollinger. 1507 Christoph von Plankenfels. 1514 Hans Mistelbeck. 1521 - 3. September 1586 die von Vestenberg (VO. XXIV, 313) 1587 Christoph Heinrich von Zettwitz, vermählt mit einer Schwester des letzten Vestenbergers. 1601 Hans Willhelm von und zu Gutenberg (VO. XXIV, 320.) Von 1622 (VO. XXIV, 352) bis 1829 (VO. XXIV, 442) die Freiherren von Spiering (Neub. Koll.Bl. 1850, S. 44 ff. - VO. XXIII, 321 - 324), dann Graf Theodor von Holstein, die Freiherren von Künsberg, gegenwärtig die Freiherren von Breidbach (vgl. VO XXIV, 584f.).
1305 verliehen die Herzöge Rudolf und Ludwig dem Heinrich von Fronberg die Vogtei Mappenberg (Lang, Bayer. Annalen 1835, Nr. 12, S. 91. - VO. XXIV, 193.) Im Landshuter Erbfolgekrieg wurde am 10. August 1504 “daß schloß fronberg bey Schwaingdorf verprennt”. (Verhandlgn. d. Hist. Ver. f. Niederbayern I, 2 [1847], 100 - Würdinger, Kriegsgesch. v. bayern II, 231.) 1594 brannte das halbe Dorf ab. (VO. XXIV, 315 f.)
Das Schloss, dessen langgestreckte Hauptfassade nach Süden gerichtet ist, ist südlich, östlich und westlich von einem Graben umgeben. Der Zugang führt von Süden her über eine Brücke zu einem niederen Torturm.
Der Torbogen ist rund, mit Kehlen und Stab profiliert, 16. Jahrhundert. Am Turm ist das Allianzwappen des Max Karl Freiherrn von Spiering und seiner Frau Bertilia, geb. Freiin von Stingelheim, aufgemalt; dieser hatte 1775 - 1787 Fronberg inne. (VO. XVIII, 240.)
Vom Torweg gelangt man in einem Vorhof, an dessen Nordseite eine zweigeschossige Laube mit ach Bögen sich hinzieht. An der Brüstung der oberen Laube zwischen gotischen Maßwerkblenden das Wappen des Geschlechtes von Vestenberg und die Jahreszahl 1587. Aus dieser Zeit stammt die ganze Laubenarchitekur , interessant als ein in der Oberpfalz seltenes Werk der deutschen Renaissance.
Östlich stößt man an den Vorhof der etwas höher gelegene hauptbau des Schlosses, bestehend aus einem langen, von Westen nach Osten ziehenden Trakt und zwei hufeisenförmig an diesen schließenden, gegen Norden gerichteten Seitenflügeln. Über dem EIngange, der vom äußeren Schloßhof in diesen hauptbau bzw. in den inneren Schloßhof führt, Ehewappen mit der Inschrift: Goßwein Freyherr von Spirinckh Agnes Freyfrau von Spirinckh eine geborene Freyin von Haßlang. Goßwein Freiherr von Spiering hatte Fronberg von 1622 - 1638 inne.
Der Hauptbau besteht aus einem niedrigen, untergeordneten Zwecken dienenden Erdgeschoß und zwei Obergeschossen. An der Front zwei über Eck vortretende rechteckige Ecktürme , die ein Geschoß höher aufsteigen und geschweifte Hauben tragen. Putzbau, quadriert. Renaissance, von 1622 - 1638.
Im östlichen Flügel des Hauptbaues die Schlosskapelle U. L. Frau. Nach Norden gerichtet. Rechteckig. Das Langaus flach gedeckt, der innen eingegezogene Chorraum gewölbt. An der südlichen Abschlußwand oben und unten Oratorien. Über dem in Stuck umrahmten Mittelfenster des oberen Oratoriums halten zwei Stuckengel das Allianzwappen des Wilhelm Franz von Spiering, der von 1676 bis 1720 das Schloß besaß, und seiner Frau Susanna, geb. von Preysing. Die kapelle ist von 1677 oder 1678 erbaut oder geweiht. Der Baumeister war ein Italiener, Pietro Spineta.
Modern ausgemalt. Drei schöne Altäre mit je zwei gewundenen Säulen, seitlich mit Knorpelwerk besetzt, von derselben Art wie der Altar im nahen Klardorf, von ca. 1677. Am oberen Auszug des Choraltars dasselbe Allianzwappen wie am Torturm des Schlosses und am Oratorium in Ettmannsdorf. Altarblätter unbedeutend. Kanzlei, einfach, Muschelwerkrokoko.
Nördlich grenzt an das Schloß ein ausgedehnter Park, in welchem die Gruft des letzten, 1829 gestorbenen Freiherrn von Spiering.”
Das Handbuch der Deutschen Kunstdenkmäler nennt noch weitere Details: Möglicherweise wurde nicht nur die Schloßkapelle von Spinetra entworfen und gebaut, sondern auch Teile Schlosses umgebaut. Hinweise sind ein stuckierter Spiegelsaal im Westflügel, die dreiläufige Podestreppe an der Verbindungsstelle von Arkadenhof und Dreiflügelanlage sowie der nordseitige Erschließungsgang hin, der in jedenfalls erst nachträglich angebracht wurde. Max von Spiering dürfte auch den Park neu gestaltet haben. Sicher hingegen hat er die runde Petruskapelle in Auftrag gegeben. Sie steht am Ende einer Alle, die einen weiteren Zugang zum Schloß bildet. Heute erinnert sie an den 1945 im KZ verstorbenen Randolph von Breidbach-Bürresheim.
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