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Chammünster

Chammünster“Chammünster ist die Urpfarrei des mittleren Böhmerwaldes.” Wenn man diese Aussage liest, dann ist damit die ehemalige Benediktiner Abtei gemeint, die hier vom frühen 8. jahrhundert bis 975 bestand. Die katholische Pfarrkirche Mariä Himmelfahrt hat damit nichts mehr zu tun. Es handelt sich bei diesem Sakralbau um eine neugotischen Bau unter Einbeziehung des hochmittelalterlichen Vorgängerbaus. Von der wohl davor bestehenden romanischen Anlage ist nichts mehr erhalten. Interessant sind im Inneren der Kirche die freigelegten Fresken aus der Erbauungszeit: Die drei lebenden und drei toten Könige, die Wappen der Chamerauer und Göttlinger, eine Schutzmantelmadonna. Sehenswert sind auch die beiden romanischen taufbecken und die zahlreichen Grabdenkmäler innerhalb und ausserhalb der Kirche. Auf dem Friedhof um die Pfarrkirche sind auch Schmiedeeisenkreuze aus dem 18./19. Jahrhundert zu sehen.

Älter als die Pfarrkirche ist die St. Anna Kapelle, die 1367 - 93 durch die Ritter von Chamerau errichtet wurde. Der gotische bau wird heute als Museum für sakrale Kunst genutzt.

Das eigentliche Highlight von Chammünster ist das erhaltene Untergeschoss eines romanischen Karners (heute überbaut mit einem modernen Leichenhaus). Etwa 5000 Schädel und die dazugehörigen Knochen befinden sich in diesem Gewölbe. Die ursprünglich darüber befindliche Kirche wurde um 1600 von den Calvinisten zerstört. Architekturfagmente werden in der St. Anna Kapelle gezeigt.

Besuchergruppen können sich für Kirchenführungen und das kirchliche Museum unter der Nummer 09971 996 59 24 anmelden.

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