Erst im 14. Jahrhundert wird die Burg Chameregg (Stadt Cham) erstmals erwähnt, die die wichtige Heerstraße nach Böhmen bewachte und strategisch günstig zu Chamb und Regen lag. Als Herren auf Chameregg werden 1352 die Brüder Eisenreich und Konrad von Chameregg genannt. Die Chameregger werden im 15. Jahrhundert von den Pollingern abgelöst. Wann die Burg ruiniert wurde lässt sich nicht nachvollziehen. Als gesichert gilt lediglich, dass diese 1357 nicht von den Böhmen verwüstet wurde. Eine Brandkatastophe lässt sich jedoch archeologisch nachweisen. Von der mittelalterlichen Anlage, die jetzt im Besitz des Waldvereins ist, sind nur noch Mauerteile und ein Rest des Turmes sowie der Burggraben (fast vollständig) erhalten. Trotzdem handelt es sich um das ältereste Mauerwerkk in der Region. In den 1965/66 und 1987 bis 1989 wurden Ausgrabungen und Sicherungsmaßnahmen vorgenommen.
Vom Turm sind die Westwand ganz und Teile der Nord- und Südwand erhalten. Er ist Quatratisch mit einer Seitenlänge von fast 9,60 und einer Höhe von 22 Metern. Noch deutlich sind die vier Stockwerke (Tonnengewölbe) erkennbar. Das unterste ist 9m hoch. Wahrscheinlich gab es hierzu keinen ebenerdigen Zugang. Der ursprüngliche Eingang befand sich im ersten Stock. Hier ist noch ein Teilbogen vorhanden. Das erste Stockwerk ist 2,80 m hoch. Zieht man die 3 Meter dicken Wände ab so verbleiben 3,6 x 3,6 als Innenraum. Der Turm verjüngt sich nach oben hin, die Dicke des Gemäuers nimmt daher pro Stockwerk um ca. 20 cm ab.
Das Mauerwerk besteht aussen aus Buckelquadern in Granit mit Randschlag von einer Länge bis zu 80 cm, einer Höhe bis zu 50 cm und einer Dicke bis zu 60 cm. Im Inneren wurden glatt geschlagene Quader verwendet. Der Mauerkern besteht aus Bruchsteinen.
Quader sollen unter anderem nach Chammünster verbracht und dort in einem Haus westlich der Kirche verbaut worden sein.
Sage Sie uns jetzt Ihre Meinung! Lob + Tadel, Tipps und Verbessungsvorschläge ... Alles ist willkommen!