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Burg Kallmünz

Blick auf den Bergfried der Burg KallmünzDie Besitzverhältnisse von Kallmünz im Mittelalter sind nicht klar. Erwähnt wird Kallmünz 938 erstmals in einer Schenkungsurkunde von Bischof Wolfgang. Selbst wenn sie nicht explizit erwähnt wird: Zu diesem Zeitpunkt muss die Fluchtburg aus der Zeit der Ungarneinfälle bereits bestanden haben. Der Wall ist heute noch zu sehen. Weitaus ausgedehnter war die keltische Anlage an dieser Stelle, die eine Fläche von 50 Hektar umfasste. Dieses Erdwerk ist ebenfalls noch nachvollziehbar.

Die mittelalterliche Anlage entstand wohl im Auftrag Herzog Ludwig I. von Bayern (1183 - 1231). Für das 13. Jahrhundert ist eine Vogtei der Wittelsbacher in Kallmünz belegt. Erst 1230 verlegte Kaiser Friedrich II. die Reichszollstätte von Kallmünz nach Regensburg - ein Zeichen für die Bedeutung von Kallmünz! 1361 baut Pfalzgraf Ruprecht I. die an ihn verpfändete Burg zur Festung aus. Im Landshuter Erbfolgekrieg, August 1504, können Burgbesatzung und Bürger die Festung lediglich zwei Tage gegen die Böhmen halten. Die Burg wurde von den Siegern in Brand gesteckt. 1522 brennt der Markt ab, auch die Burg wird in Mitleidenschaft gezogen. Sie wird wohl nicht mehr aufgebaut worden sein, denn auf einer Miniatur aus dem Jahre 1568 erscheint die Burg Kallmünz als Ruine.

Palas der Burg KallmünzIn den Kriegswirren Anfang des 17. Jahrhunderts bekommt Kallmünz nochmals strategische Bedeutung und die Burg wird wieder hergestellt. Erhalten ist vom Baumeister Johann Doctor ein “Verzaichnus, was im fürstl. Schloß die Scala umb den Thurn zue Calmünz costen würde” vom 15. März 1617. 1633 fielen 1500 kaiserliche Reiter in Kallmünz ein und plünderten den Markt. Der Landrichter von Burglegenfeld berichtet noch am gleichen Tag den Fall der Burg. 1633 soll die Burg nochmal einem schwedischen Streifkorps standgehalten haben. Acht Jahre später (1641) machen die Schweden die Burg Kallmünz entgültig zur Ruine, die bereits 1793 Gemeindeeigentum wird.

In die Romanik verweisen die rundbögigen Fenster im Palas und der Bergfried, die spitzbögigen Fenster in die Frühgotik. Im Winkel zwischen der ehemaligen Burgkapelle und dem Palas befindet sich ein gemauerter Brunnen. Auf der Westseite der Kapelle sind Reste der Herrschaftsempore erhalten. Der Bergfried mit seinen bis zu 2 Meter dicken Mauern steht auf dem höchsten Punkt. Er ist mit Quadern verblendet und ist in einer Höhe von 20 Metern erhalten. Der ursprüngliche Zugang erfolgte, wie bei Fluchttürmen üblich, in eingen Metern Höhe.

Von der Befestigungsanlage sind Toranlage, Rundtürme und Mauerwerk der Frühgotik zuzuordnen, der Zwinger wohl der Spätgotik (15. Jahrhundert).

Der Zugang zur Ruine erfolgt entweder über einen langgezogenen Wanderweg durch das ehemalige Haupttor oder über einen steilen Anstieg, der direkt hinter der Kirche im Markt beginnt.

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