Ammerthal

Unter der Denkmalnummer D 3-6536-0004 führt das Bayerische Landesamt für Denkmalpflege “Burg Amardela mit früh- und hochmittelalterlicher Befestigung, zwei Kirchen und karolingischem Gräberfeld” in Ammerthal (Landkreis Amberg-Sulzbach). Ebenfalls in Ammerthal: Das ehemalige Hofmarkschloß 16./17. Jahrhundert und auf dem gegenüberliegenden Felsen der Burgstall der Burg Spitz (D 3-6536-0065).
Die ursprüngliche Kirche St. Nikolaus wurde durch einen Neubau aus den 1970iger Jahren zur Kapelle der Pfarrkirche degradiert. Es handelt sich um eine romanische Chroturmanlage aus der zweiten Hälfte des 12. Jahrhunderts. Der Turm wurde in der Gotik erhöht. Die erhaltenen Reste der Chroturmkirche zeigen sehr schön die Bauweise mit Dolomitquadern. Interessant ist der heute vermauerte (jetzt Kriegergedächnisstätte) romanische Portal, verziert mit zwei Löwen. Die Fenster sind wohl noch ursprünglich. Im Inneren ein gotischer Taufstein (Aufsatz aus dem Barock) und eine Mondsichelmadonna aus dem 15. Jahrhundert. Hoch- und Seitenaltäre sind weniger beeindruckende Werke aus dem 18. Jahrhundert.
Die katholische Kirche Unserer Lieben Frau hat wohl ihren Ursprung als Kapelle der bereits um das Jahr 800 erbauten Burg Amardela. Das älterste Mauerwerk ist in die erste Hälfte des 10. Jahrhunderts zu datieren (nach 939). Die Kapelle wird nach Zerstörung der Burg im Jahr 1003 wieder Instand gesetzt worden sein. Im 15. Jahrhundert wurde der Chor neu errichtet und das Langhaus gewölbt. Die ursprüngliche Apis war rund. Die zugemauerten Fenster der Westseite gehen wohl auf die ursprüngliche Empore zurück. Von Westen wird die Kirche auch direkt von der Burg zugänglich gewesen sein. Der Anbau im Osten, heute Sakristei, entstammt ebenfalls der Romanik.
Heute präsentiert sich der Bau als Saalkirche mit nicht abgesetzten gotischen Chor. Der Turm aus dem 16. Jahrhundert wirkt etwas überdimensioniert. Im Chor Christushaupt und Wappen der Echenbeck als Schlußsteine, im Langhaus Meisterzeichen (auf rotem Schild). Erhalten ist eine gotische Steinkanzel sowie mehrere Gedenkplatten des lokalen Adels und Priesterschaft.